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Der Papst besucht Deutschland

Wir können nur den Kopf schütteln über die Vorgänge rund um den Papstbesuch. Von Seiten genau der Parlamentarier, die sich für besonders freiheitlich und tolerant halten, kommt die größte Demonstration von Rassismus seit langem. Ein und dieselben Mitglieder des Bundestages, die bei einem Auftritt des Dalai Lama jubeln (würden) finden es richtig, einen vom Deutschen Bundestag geladenen Staatsmann, der in unserem Kulturkreis in etwa die selbe geistliche und weltliche Stellung innehat, mit Mißachtung zu belegen.

Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein!

Wir erwarten keine Perfektion. Nur gleiches Recht für alle. Und den gebührenden Respekt für einen Staatslenker, der uns die Ehre gibt, eine Rede in unserem Bundestag zu halten. Auch wenn es im Grunde nur darum geht, die weltweit einzigartige Finanzbasis der deutschen katholischen Kirche zu festigen und die Melkkuh zu beruhigen.

In jedem Falle sind wir der Meinung, dass einem geladenen Gast auch die ungeteilte Höflichkeit der Gastgeber zusteht, ihn zumindest anzuhören. Wir finden, dass die von einigen Mitgliedern des Bundestages gezeigte Art des Umganges ein trauriges Zeichen für die zunehmende Wertentfremdung unserer Gesellschaft ist.

Wenn der oberste aller Christen sich herablässt, uns mit einer offenen Rede zu beglücken, sollten wir ihm lauschen. Für uns jedenfalls haben sich die Offenbarungen des Papstes gelohnt. Wir haben genau zugehört.

Wir haben einen alten, gebrochenen Mann gesehen, der sich in der heutigen Welt nicht mehr zurecht findet. Der an alten Dogmen festhalten muss, weil ihn die Evolution sowohl des Glaubens als auch der Kirche überfordert. Wir sind überzeugt, dass er mit dieser Diskrepanz in seiner eigenen persönlichen Hölle hier auf Erden schmort. Deshalb sehen wir von weiteren Kommentaren hierzu ab.